Wie uns das was andere sagen wirklich beeinflussen sollte

Letzte Woche hatte mir ein Freund etwas erzählt, das mich total aus der Spur warf. Ich fühlte mich verletzt, wütend und traurig. Ich konnte an dem Tag keinen klaren Gedanken mehr fassen, und am nächsten Tag auch nicht.
 
Wie uns das was andere sagen wirklich beeinflussen sollte

 
Aber da war nichts, was er falsches gesagt hatte. Nichts, was er getan hatte, ohne ein gutes Recht dazu zu haben. Gut, es gefiel mir nicht. Aber es war ja sowie so nicht meine Angelegenheit. Es betraf mich nicht mal. Also woher kamen alle diese Gedanken? Dann plötzlich, als ich draussen in der Sonne stand und die warme Luft atmete, hatte ich einen klaren Gedanken:

Diese Gefühle und Gedanken waren alle schon in mir – mein Freund hatte sie nur an die Oberfläche gebracht.

Die Erkenntnis hat mir den Atem geraubt, denn ich wollte nicht so denken. Nicht so fühlen. Ich wollte nicht, dass das ein Teil von mir ist. Und ich kann meinem Freund nur dafür danken, dass er es mir gezeigt hat ohne es zu wissen.

Denkt mal drüber nach: Keiner kann dafür sorgen, dass wir uns für etwas schämen, von dem in eurem Herzen wissen, dass es nichts ist für das man sich schämen muss. Wenn euch jemand wütend macht mit dem was er sagt, war es wirklich, was sie sagten? Oder vielleicht eher die Tatsache, dass ihr unterbewusst denkt sie haben Recht? Dann seid ihr vielleicht gar nicht auf sie wütend. Sondern auf euch selbst, eure Taten, Fehler und Meinungen. Vielleicht fühlt ihr Wut und Frustration, wenn ihr von anderen nicht verstanden werdet. Aber warum ist es euch überhaupt so wichtig, von anderen verstanden zu werden? Tut ihr nicht was ihr tut, glaubt ihr nicht was ihr glaubt, weil ihr wisst, dass es das richtige ist? Dann ist eure Wut über das Unverständnis vielleicht einfach ein Bedürfnis nach Anerkennung? Anerkennung für all das was ihr tut, und all die Opfer die ihr dafür bringt weil ihr wisst, das es das richtige ist?

Gebt nicht den Leuten um euch herum die Schuld dafür, das diese Gefühle ans Licht treten. Egal, ob sie Dinge absichtlich sagten oder nicht. Statt dessen dankt ihnen im Stillen dafür, dass sie euch darauf aufmerksam gemacht haben. Sie haben dafür gesorgt, dass ihr es jetzt sehen könnt. Ihr erkennt es und könnt heilen. Das ist nicht ganz einfach. Es ist eine Sache festzustellen, dass was wir fühlen schon lange in uns war. Es ist schwieriger zu ergründen, warum diese Gefühle da sind, und was sie ausgelöst hat. Wichtig ist uns daran zu erinnern, dass sie nicht von dem kamen der sie in uns aufgewühlt hat. Dann können wir vielleicht die wahre Ursache ergründen und zerstören.

Wenn euch andere glücklich machen, und ihr euch dankbar und geliebt fühlt, dann erkennt, dass sie das nur deshalb konnten, weil ihr das Gefühl schon in euch hattet. Glaubt ihr es ist wirklich möglich, jemanden der von ganzem Herzen fühlt er/sie verdiene weder Glück noch Liebe, vom Gegenteil zu überzeugen? Es bedeutet, dass die Liebe die wir fühlen nicht allein von jemand anderem abhängt. Das Glück das wir fühlen hängt nicht alleine von dem ab was wir tun. Es ist schon in uns, und die Menschen um uns, und die Dinge die wir tun, erinnern uns ständig daran.

Und das ist, wie uns das was andere sagen wirklich beeinflussen sollte.


Text ©Michael Herold  Safe Creative #1401030108879
Bild ©iStock.com/AntonioGuillem

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