Drei Wege glücklicher zu sein – in unter einer Minute

Über’s glücklich sein lässt sich viel schreiben. Aber anstatt philosophisch zu werden, sind hier drei einfache und schnelle Tricks für den Anfang.

Drei Wege glücklicher zu sein - in unter einer Minute

Vor ein paar Jahren habe ich Sylvester mit ein paar wenigen, guten Freunden verbracht. Anstelle der üblichen Zeitvertreibe bis Mitternacht (essen, trinken, einander vorrechnen wie viele Stunden und Minuten noch übrig sind, etc.), haben wir etwas gemacht das mir neu war:
Eine Wunschliste an das Universum geschrieben. Wir haben uns um einen Tisch herum gesetzt, mit Stiften und Papier ausgestattet und haben – jeder für sich selbst – aufgeschrieben was wir uns wünschen. Danach haben wir die Blätter in einen grossen Topf geworfen und verbrannt. Die Asche segelte eine kurze Zeit später vom Balkon.

Ich mit meinen Wünschen spektakulär hoch gezielt. Immerhin schrieb ich ans Universum, und das schien mir ein wesentlich grösseres Unternehmen als der Ein-Mann-Betrieb des Weihnachtsmannes. Also warum zurück halten.

Ein paar Jahre später stand ich während einer Pause vor dem Studio in dem ich arbeitete, und fühlte mich nicht glücklich. Kein besonderer Grund, es war einfach ein schlechter Tag. Plötzlich fiel mir diese Liste wieder ein. Ich ging vor meinem inneren Auge die Liste durch und stellte fest, dass ich alles bekommen hatte was ich mir gewünscht habe. Oder alles “geschafft“ hatte – je nach dem wie man es betrachtet.

Und ich kam nicht herum mich zu fragen: warum war ich dann nicht glücklich? Wenn ihr dem etwas jüngeren Michael damals, als er der Asche seiner Wünsche dabei zu sah wie sie durch die Luft segelte, erzählt hättet er würde ein paar Jahre später all das haben… naja, erstens mal hätte er es euch nicht geglaubt. Wenn ihr ihn aber hättet überzeugen können – er hätte gesagt: dann würde er unglaublich glücklich sein.

Als ich nun so da draussen stand, wurde mir das Offensichtliche klar: dass ich nicht glücklich sein werde, bevor ich mich nicht entschliesse, glücklich zu sein. Dass dies kein Zustand ist, den ich durch Ergebnisse erreiche. Sondern ein Zustand, für den ich mich entscheide.

Jeden Morgen wenn ich aufstehe.

Es ist eine Sache, morgens aus dem Bett zu steigen, im Badezimmer die Notwendigkeiten des morgens zu verrichten und lauthals zu erklären: “Ich bin glücklich!”. Und während das zweifelsohne ein grossartiger Auslöser in den Fusstapfen von Pawlows Hunden wäre, ist die Vorstellung zu einfach.

Es ist Wunschdenken zu glauben, dass es einen Schalter in unserem Gehirn gibt, mit einem rosanen Schriftzug “Glücklich an/aus”. Aber es ist auch nicht zu weit weg von der Wirklichkeit. Statt dessen gibt es viele kleine Schalter – wie im Cockpit eines Flugzeugs.

Hier mal wie man drei davon ganz einfach umlegt – mehr als genug für den Anfang:

1. Lächeln!
Unser Gehirn hat eine fest programmierte Rückkopplung:
Wenn wir glücklich sind lächeln wir. Ganz einfach.
Aber das funktioniert auch in die andere Richtung: wenn ihr ein ehrliches Lächeln aufsetzt, wird es schwer bis unmöglich, schlechte Laune zu haben. Zieht eure Mundwinkel ganz leicht nach oben, und lasst sie dort.

2. Nehmt eine selbstbewusste Körperhaltung ein
Selbes Prinzip, aber das hier ist mehr ein Ganzkörper-Lächeln. Haltet den Rücken gerade, den Kopf hoch, und verschränkt die Arme nicht. Und haltet euch fern von nervösen Gesten, wie ans Gesicht zu fassen oder den Arm zu kratzen. Auch hier dreht ihr die körpereigene Rückkopplung um: “Wie aussen, so innen.”

3. Passt auf, wie ihr redet und denkt
Da habe ich schon einen eigenen Beitrag drüber geschrieben: und zwar hier.

Am Anfang werdet ihr euch darauf konzentrieren müssen um es bewusst zu kontrollieren. Sobald eure Aufmerksamkeit nachlässt – vielleicht nur ein paar Sekunden später – seid ihr zurück beim Stirnrunzeln, den verschränkten Armen und dem negativen Denken.

Das ist in Ordnung. Erkennt was ihr tut, und korrigiert es. Mit der Zeit wird es mehr und mehr unterbewusst, und hält länger. Ein paar Sekunden werden Minuten. Bis es irgendwann so automatisch geschieht, dass schon etwas schlechtes passieren muss um euch aus der Bahn zu werfen.

Und irgendwann stellt ihr fest, dass euch nicht mal mehr das aus der Fassung bringt.

Funktioniert das immer und überall? Nein. Oder vielleicht schon, und ich hatte selbst noch nicht genug Übung. An manchen Tagen will man sich vielleicht einfach mal scheisse fühlen, und ich glaube das ist ok. Ein guter Freund sagte mal: “Du kannst dich nicht glücklich fühlen wenn du nicht hin und wieder dran erinnert wirst wie es ist sich schlecht zu fühlen.”.

Aber ich fühle mich 95% der Zeit glücklich, und die schlechten 5%… das ist genug als Erinnerung für mich, und eine ziemlich gute Quote.


Text ©Michael Herold  Safe Creative #1401030108879
Bild ©LawPrieR CC License

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *